Kleindenkmale in Stuttgart

Erfassung der Kleindenkmale in Stuttgart

Das Landesamt für Denkmalpflege brachte im Jahre 2000 auf Initiative des Schwäbischen Heimatbunds e. V. und des Schwäbischen Albvereins e. V. ein landesweites Projekt auf den Weg, alle sogenannten Kleindenkmale im Land zu erfassen. Über die große Bedeutung von Kleindenkmalen für das kollektive Bewusstsein kultureller Erinnerung einer Gesellschaft können Sie mehr lesen in einem Beitrag von Reinhard Wolf, dem Nestor der Kleindenkmalforschung im Lande.

Organisiert wurde dieses Erfassungsprojekt in der Form, dass die auf Kreisebene tätigen Kreisarchive in Zusammenarbeit mit den Kreisvermessungsämtern interessierte Ehrenamtliche suchen, motivieren und anleiten, auf dem gesamten Gebiet des Kreises in Feld, Wald und bebautem Gebiet nach solchen Kleindenkmälern wie Grenzsteinen, Wirtshausschildern etc. pp. suchen, diese Objekte nach einem einheitlichen Schema erfassen, und diese Funde dann von den Ämtern kategorisiert und in Listen zusammengefasst werden.

Im Sommer 2012 waren erst in rund der Hälfte der 44 Stadt- und Landkreise des Landes Baden-Württemberg solche Erfassungsprojekte abgeschlossen oder in der Erfassungsphase.

Der Verschönerungsverein Stuttgart e.V. hat sich daher im Herbst 2012 entschlossen und mit dem Landesamt für Denkmalpflege als landesweitem Projektträger vereinbart, dass unser Verein die diese systematische Erfassung der Kleindenkmale im Stadtkreis Stuttgart als örtlicher Projektträger selbständig angeht, eigenständig finanziert, organisiert und leitet. Wir freuen uns, dass das Landesamt für Denkmalpflege und alle angesprochenen Behörden und Ämter der Stadt Stuttgart wie auch der Schwäbische Heimatbund und der Schwäbische Albverein als Mitinitiatoren des landesweiten Projektes uns in dieser Absicht unterstützten.  

Im Zeitraum vom Frühjahr 2013 bis Frühjahr 2015 schwärmten rund 80 Erfasser und Erfasserinnen, darunter viele Vereinsmitglieder, aus und durchkämmten die Stadtbezirke und deren Felder, Wälder und Fluren.

Dabei wurden entsprechend der Anleitung, was eigentlich als Kleindenkmal gilt, genau 2.121 Grenzsteine, Gedenksteine, Statuen, Brunnen, Wirtshausausleger, Bauplastiken, Inschriften usw. erfasst, beschrieben, vermessen und fotografiert.

Als zusätzliche Sonderaufgabe für die "Stäffelesstadt" Stuttgart wurden auch alle öffentlichen Treppenanlagen in gleicher Weise gelistet. Dadurch wurde endlich klar, wieviel Stäffele wir eigentlich haben – es sind genau 309 an der Zahl.

Alle Erfasser und Erfasserinnen haben hier eine große Leistung für die Allgemeinheit erbracht, für die der Vorstand des Verschönerungsverein Stuttgart e. V. allen, die sich dabei engagiert haben, seinen herzlichen Dank ausspricht.

Ursprünglich war angedacht, das Ergebnis in Buchform zusammenzufassen. Dies erwies sich für den Verein leider als undurchführbar. Denn wollte man alle Kleindenkmale auf diese Weise würdigen, wäre ein mehrbändiges Werk entstanden. Nur eine Auswahl weniger bemerkenswerter Objekte zu publizieren, würde wiederum dem Engagement aller Erfasser und der Bedeutung des Ganzen nicht gerecht. Dazu kämen immense Kosten schon allein deshalb, weil die dann ausgewählten Kleindenkmale professionell fotografiert und entsprechende Texte über die historischen oder baulichen Hintergründe in Auftrag gegeben werden müssten.

Der Vereinsausschuss hat deshalb beschlossen, die vom Landesamt für Denkmalpflege auf der Basis der Erfassungsblätter gefertigten Tabellen um die entsprechenden Fotografien zu ergänzen und aufgeteilt nach Stadtbezirken als pdf´s auf unsere Website zu stellen. Wir denken, dass dies eine zeitgemäße und adäquate Form ist, die Leistung der Erfasser und Erfasserinnen zu würdigen und die Ergebnisse in vollständiger Form für jedermann mit niedrigschwelligem Aufwand verfügbar zu machen.

Zudem scheint uns auf diese Weise dem Zwecke der Erfassung in besonderer Weise gedient zu sein, denn wenn der Bestand als solcher für jedermann einsehbar ist, ist auch die Beachtung der Objekte im Alltag vor Ort größer und der Verlust solcher Objekte über die Zeit geringer. 

Der Gesamtbestand aller Erfassungsunterlagen wird – wie bei den Erfassungsprojekten in anderen Stadt- und Landkreisen auch – nach Abschluss dieser Dokumentation durch den Verein dem Stadtarchiv der Landeshauptstadt Stuttgart übergeben und ist dort unter den üblichen Zugangsvoraussetzungen für Archivalia für jedermann zu Forschungszwecken zugänglich. 

Diese Dokumentation durch den Verein erfolgt ehrenamtlich in Eigenregie und kann deshalb nur nach und nach verwirklicht werden. Die ersten Bezirke sind jedoch bereits fertig.

Sie finden nachstehend die Links zu den inneren Stadtbereichen:

Sie finden nachstehend die Links zu den äußeren Stadtbezirken:


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