1902 - bis zum Untergang der Alten Stadt


1902: Aufgabenübertragung auf die Stadt  -  Grundeigentum behalten  -  weitere Anlagen geschaffen  -  gesellig-kulturelles Vereinsprogramm  -  keine Gleichschaltung oder Auflösung  -  1943: Sprengung des Hasenbergturmes


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wandelte sich die Staatslehre. Freiwillige Aufgaben der Daseinsvorsorge wurden als öffentliche Aufgaben begriffen. Die Stadt gründete die städtische Stadtgartenbauinspektion, und übernahm vom Verein im Jahrhundertvertrag vom Mai 1902 alle von ihm geschaffenen Anlagen, so sie nicht auf eigenem Grund des Vereins errichtet wurden. Der Verein hatte seine eigenen Anlagen weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung  zu stellen - im Gegenzug übernahm die Stadt die gärtnerische Unterhaltung.

An dieser Aufgaben und Zuständigkeitsverteilung hat sich im Wesentlichen bis heute nichts geändert. Es ist aber schon bemerkenswert, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf etwa zwei Dutzend Grünanlagen nicht auf städtischem, sondern auf privatem Grund wandeln und die landschaftlichen Schönheiten genießen.

Das 50-jährige Vereinsjubiläum im Jahre 1911 - am Vorabend des 1. Weltkrieges - wird mit der Pflanzung der Bismarcklinde im Beisein des Königspaares von Württemberg eher unauffällig begangen. Aus den Kriegsjahren und den Nachkriegsjahren der ersten Inflation gibt es kaum Vereinsaktivitäten zu vermelden. In den 20-iger Jahren werden zwei große neue Anlagen geschaffen, die Staibhöhe und die Geroksruhe.

In den 1930-iger Jahren erfolgte keine Gleichschaltung oder Auflösung des Vereins. Auch die Mitteilungsblätter enthalten so gut wie keine Anklänge an die damalige Braune Herrschaft oder gar einen "Deutschen Gruß" (der ja eigentlich der Genesungswunsch für einen kranken Österreicher war).

Der Verein feiert sein 75-jähriges Jubiläum im Jahre 1936 offenbar völlig unbehelligt von den Braunen Machthabern. In der Festschrift 1936 ist das einzige Hakenkreuz zu sehen auf der Armbinde des damaligen OB Dr. Strölin, der als Stadtoberhaupt und Vereinsmitglied mit Foto abgebildet wurde.

Die Mitteilungsblätter erschienen bis 1942. 1943 wird der Hasenbergturm gesprengt.  Nach diesem Fanal für den Verein schweigen unsere Annalen bis zur Wiederzulassung der Betätigung, die schon im Januar 1947 erfolgte.


Erhard Bruckmann
Vorsitzender

Bildergalerie

Unter "weiter" öffnet sich die Seite mit einigen Bildern zur Geschichte des Vereins von 1902 bis 1945.

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