Nach 100 Jahren Verschönerungsverein -

ein weiteres Aufgabengebiet


Jubiläumsbrunnen am Berliner Platz - Waldpädagogik - Kunstwerke im öffentlichen Raum - neue Aufgaben bei Stellungnahmen und Anregungen - Anlage von Wanderwegen.


Im Jubiläumsjahr 1961 stiftete der Verein den Jubiläumsbrunnen in der Seidenanlage am Berliner Platz. Kurz darauf traten zwei Männer in den Verein ein, die seine Geschicke rund 40 Jahre lang prägten. Beide waren Forstbeamte, Siegfried Geyer und Fritz Oechßler, die praktisch sofort in den Ausschuss gewählt wurden. Sie haben dem Verein sehr wichtige neue Aufgaben erschlossen.

Gemeinsam mit dem Forstamt Stuttgart richtete der Verein den ersten Waldlehrpfad ein. Auch am ersten Trimm-Dich-Pfad war der Verein beteiligt. Waldbänke, neue Schutzhütten, Grillanlagen etc. pp. hat der Verein gefördert und unterstützt.

In den 50-iger Jahren machte der Kampf der Bürger gegen die Pläne des Nürtinger Zementwerkes, das Hörnle, eine Bergkuppe am Albtrauf, vollständig abzutragen, landesweit Schlagzeilen. Das führende Mitglied des Schwäbischen Heimatbundes, Bankdirektor Georg Fahrbach, war auch Mitglied im Verschönerungsverein. Ihm und Fritz Oechßler ist es zu danken, dass der Verein für sich die Abgabe von Stellungnahmen und Anregungen zu Bau- und Verkehrsprojekten in der Stadt als neues Aufgabengebiet entdeckte und besetzte.

Es gab zwar zuvor schon einzelne Fälle von Stellungnahmen der Bürgervereine aus den Stadtbezirken gegen Straßenneubauten etc. pp., der Verschönerungsverein hat derlei Aktivitäten auch stets gefördert, als eigenständiges Aufgabengebiet dauerhafter Art hat unser Verein diese Betätigung aber als erster betrieben.

Die wichtigste einschlägige Stellungnahme in dem 60-iger Jahren waren die Aktionen des Verschönerungsvereins, des Bundes für Vogelkunde und der Landesforstvereinigung gegen die sog. Südringtrasse (bei den historischen Äußerungen unter 1968), ein monströses Straßenbauvorhaben mit vierspurigen, kreuzungsfreien Fahrbahnen durch die bewaldeten Halbhöhen von der Geroksruhe bis zur Doggenburg. Man mag sich heute überhaupt nicht ausmalen, wie die Stadt aussähe, wenn sich diese Art der autogerechten Stadtentwicklung dauerhaft durchgesetzt hätte.

Der Kampf gegen dieses Projekt war erfolgreich. Ein Teilstück der geplanten Trasse wurde vom Verein flugs "umgewidmet" zum Stuttgarter Höhenrundweg, der den ersten Teilabschnitt des Stuttgarter Rundwanderweges bzw. Rössleweges bildet.

Auch in den 70-iger und 80-iger Jahren wurden weitere kleinere Anlagen geschaffen (neue Anlage auf dem Haigst, Im Gaisemer). Aus den 90-iger Jahren ist die Sanierung des Kriegsbergturmes und die vielfältige Beteiligung und Einbindung an der IGA 1993 hervorzuheben. In diese Zeit fallen auch die ersten Anfänge des Projektes des Aussichtsturms im Killesbergpark.

Kleine Projekte wie Dankmalsanierung, Schutzhüttenbau, Baumpflanzungen und vieles mehr, die über all die Jahre weiterhin betrieben wurden, würden im Rahmen dieses kurzen historischen Abrisses sprengen. Auch insoweit wird der geneigte Leser herzlich gerne auf die CD-Rom mit u.a. den Festschriften verwiesen.

Ein Ausblick: Dem Verein gehen die Aufgaben nicht aus. Er wird häufig auch von anderen Vereinen und Gruppierungen um Unterstützung gebeten, seien es nun eigene Projekte, oder deren Stellungsnahmen und Anregungen  -  im Einzelfall auch Verhinderungsbemühungen  -  zu Bau- und Verkehrsprojekten.

Die Anlagenunterhaltung, die laufenden Stellungsnahmen, das Vereinsprogramm und vieles mehr lässen dennoch etwas Zeit, den Blick in die Zukunft zu richten.

Dabei haben wir das 150-jährige Vereinsjubiläum im Jahre 2011 schon fest ins Auge gefasst. Wenn wir mit unseren Vorschlägen bei den relevanten Entscheidungsträgern auf Wohlwollen stoßen, wird der Verein wieder mit einer schönen Neuschöpfung aufwarten können.


Erhard Bruckmann
Vorsitzender

Bildergalerie

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