Jubiläumsbrunnen am Berliner Platz


Brunnenanlage am Berliner Platz, Schlossstraße/Seidenstraße
Bildhauerischer Entwurf: Hans-Dieter Bohnet, 1961
Raumünzacher Granit / Forbachgranit - Nordschwarzwald
Einweihung am 28. Oktober 1961 (100-jähriges Vereinsjubiläum)


Aus Anlass seines 100-jährigen Bestehens hat der Verschönerungs- verein Stuttgart an der Ecke Schloßstraße und Seidenstraße am Berliner Platz eine Brunnenanlage gestiftet und am 28.10.1961 im Beisein zahlreicher Bürger und des Oberbürgermeisters Dr. Arnulf Klett eingeweiht.

Die Wahl des Standorts fiel auf die Seidenanlage, weil diese Grünan- lage vom Verein schon im Jahre 1866 neu geschaffen wurde und in ihr auch das Denkmal des Vereinsmitbegründers und langjährigem Vorsitzenden Dr. Julius Haidlen steht.

Der 1961 amtierende Vereinsvorsitzende Oberforstrat Häußler dankte den zahlreichen Spendern und Mitgliedern und lobte den Verein, der wegen seines sparsamen Haushaltens den Bau des Brunnens ermög- licht hatte. (Immerhin hatte der Verein nur drei Jahre zuvor die für damalige Zeiten große Summe von DM 60.000,00 für den Grundstückserwerb und den Bau der
Aussichtsplatte an der Zeppelinstraße aufgewandt).

In einer Zeit, in der oft materialistisches Denken und Handeln die Gesellschaft prägte, wollte der Verein mit der gestifteten Brunnenan- lage zeigen, was selbstloser Bürgersinn zu schaffen vermag. Es sollte ein Architekturbrunnen werden, also eine im Wesentlichen in architektonischen Formen gestaltete und von modischen Einflüssen freie Lösung. Die Wasserspiele sollten einen lebendigen Bestandteil des Brunnens bilden. Den vom Verein eigens ausgeschriebenen Wettbewerb zur Gestaltung der Anlage gewann der Bildhauer Hans-Dieter Bohnet.

Der Brunnen ist hergestellt aus Raumünzacher Granit (Forbachgranit) aus dem Nordschwarzwald. Der wichtigste Teil der dreigliedrigen Brunnenanlage ist der 12 Tonnen schwere, von der Hand des Künstlers profilierte Brunnenaufsatz. Die Brunnenbecken sind mit Mosaiken ausgekleidet.

Der damalige Oberbürgermeister Dr. Arnulf Klett lobte die schöne Gestalt des Brunnens, er trage keine symbolische Figur, keine Gänseliesel und keine Galathea, er sei in diesem Sinne abstrakt, aber er spräche lebendig durch seine schöne Form. Wörtlich fügte OB Dr. Klett hinzu: "So wird er in Zukunft stets stehen als ein Zeugnis echten Bürgersinns, ein Zeugnis edler Baugesinnung und als Freude für jeden, der hier vorübergeht."

Wenn auch der Berliner Platz zur Zeit nicht so sehr im Hauptstrom der Spaziergänger und Flaneure in der Stadt liegt, so erfreuen sich doch alle, die den Platz während der Betriebszeiten des Brunnens betreten, seiner unaufdringlichen und doch angenehmen Erscheinung. Unser Partner, das Garten-, Friedhofs- und Forstamt, hat die gärtnerische Pflege und Reinigung übernommen. Der Verschönerungsverein hat die Patenschaft für den Wasser- und Stromverbrauch übernommen.


Fritz Oechßler
Ehrenmitglied

Bildergalerie

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Standort

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