Oberbürgermeisterwahl 2012

Verschönerungsverein befragt die OB-Kandidaten Turner, Kuhn und Wilhelm

Fragen zur Stadtbildbewahrung und zum Rosensteinquartier, zum Vorschlag von Landschaftsbrücken an der Rohrer Höhe, zu Wasser in der Stadt, zu Baudenkmälern und Grünanlagen

Der Verein hat den drei aussichtsreichen OB-Kandidaten Sebastian Turner, Fritz Kuhn und Bettina Wilhelm Fragen zu sechs Bereichen gestellt, die seine Vereinsarbeit betreffen. Alle angefragten Bewerber haben sich an der Aktion beteiligt und Stellungnahmen zu den Fragen abgegeben.

Die Vollfassung der Fragen und Antworten der Kandidaten steht in einer pdf-Datei zum Lesen und Herunterladen zur Verfügung (Link am Ende der Seite). Nachfolgend werden einige Gesichtspunkte wiedergegeben. Nur die Vollfassung enthält alle Nuancen der Antworten. Das folgende gibt nur erste Anhaltspunkte für die Meinungen der Kandidaten.

In der Frage der Gewichtung zwischen Stadtbildbewahrung und Entwicklungsmöglichkeiten für Bauherren wollen alle drei Kandidaten das historisch gewachsene und topografisch einzigartige Stadtbild erhalten. Herr Turner setzt auf das Instrument der Planungszelle zur Formulierung klarer Zielvorgaben unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger zum Ausgleich unterschiedlicher Interessen. Frau Wilhelm möchte überdimensionierte Baumassen und überzogene Dachlandschaften vermeiden und für Fotovoltaikanlagen im Talkessel Regeln erarbeiten, damit diese Anlagen das Stadtbild nicht beeinträchtigen. Herr Kuhn gibt ebenfalls dem Stadtbild den Vorrang, erkennt in Fotovoltaikanlagen in Bezug auf das Stadtbild aber kein Problem.

Bei der Frage zu Grünanlagen in der Stadt sprechen sich alle drei Kandidaten für eine planungsrechtliche Sicherung des Parks der Villa Scheufelen als öffentlichem Park aus. Für Herrn Turner muss die notwendige Pflege der städtischen Grünanlagen auch finanziell gewährleistet sein. Herr Kuhn will mehr Grün in der Stadt und wo nötig eine intelligente Nachverdichtung von Baulücken. Frau Wilhelm möchte den Park der Villa Scheufelen mit der Grünanlage an der Sünderstaffel verbinden, den Diakonissenplatz aufwerten, Schulhöfe naturnaher gestalten und auch den Park der Villa Berg baulich unangetastet sehen, vor allem von Begehrlichkeiten zur Teilbebauung freihalten.

Bei der Frage nach einem kommunalen Denkmalförderungsprogramm und einer Initiative zur Veränderung des Landesdenkmalrechts begrüßt Frau Wilhelm die Idee eines Stuttgarter Denkmallexikons und setzt sich für den verstärkten Schutz von Gebäuden ein, die zwar weniger bauzeitliche Substanz aufweisen, aber trotzdem stadtbild-prägend sind. Auch Herr Turner begrüßt beide Ziele des Vereins und bedauert, dass eine Denkmaltopografie für Stuttgart noch nicht erstellt wurde. Dies gilt auch für Herrn Kuhn, der zusätzlich bemängelt, dass die Denkmallisten in Stuttgart anders als in anderen Großstädten nicht öffentlich einsehbar sind.

Bei der Frage nach dem neuen Stadtviertel Rosensteinquartier setzt sich Herr Kuhn für bürgeroffene Planungsprozesse ein und will neben Investoren auch ausdrücklich Baugemeinschaften berücksichtigen, wobei er sich einen Schwerpunkt beim familienfreundlichen Wohnen wünscht. Herr Turner und Frau Wilhelm sehen außer der Veräußerung von Grundstücken auch die Vergabe von Erbbaurechten als Option und befürworten, einen Grundstücksverkauf erst nach der verbindlichen Beplanung einer Fläche vorzunehmen. Herr Turner unterstützt, dass Stuttgart bei der Vermarktung nicht den höchstmöglichen Preis erzielen muss. Frau Wilhelm sieht ebenfalls Wohnen für die vielfältigsten Bedarfe in verschiedenen Bauherrenmodellen als Hauptziel der Planung.

Der Verein dankt allen drei Bewerbern für ihre Teilnahme an der Aktion.

Für die an diesen Fragen interessierten Bürger bieten die Antworten der Kandidaten sicherlich eine Wahlentscheidungshilfe. Für den Verein sind die Antworten des oder der künftigen OB dann auch eine Art von Selbstverpflichtung des künftigen Stadtoberhauptes, auf deren Einhaltung der Verein im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Stadt ein Augenmerk haben wird.

Sechs Fragen des Verschönerungsvereins Stuttgart

und die Antworten von drei Kandidaten zur Wahl des Oberbürgermeisters für Stuttgart im Herbst 2012:

ob-kandidaten-august-2012komplett.pdf

oder als Einzelfragen: